Die Donauquelle im Park des Fürstlich Fürstenbergischen Schlosses in Donaueschingen.
Die Donauquelle in Donaueschingen
Die Donauquelle in Donaueschingen ist einer dieser Orte, die auf den ersten Blick fast unscheinbar wirken: ein kreisrundes, steinernes Becken, ein paar Wasserbläschen, die aus dem Untergrund aufsteigen – und das war’s. Doch wer einen Moment stehen bleibt, begreift: Hier beginnt eine 2.857 Kilometer lange Reise bis ans Schwarze Meer. Kein Tosen, kein Wasserfall, nur der stille Anfang eines der längsten Flüsse Europas. Für mich ist die Donauquelle deshalb einer der schönsten „leisen“ Orte des Schwarzwalds – und einer, an dem sich das Hinsehen lohnt.
Donauquelle Donaueschingen: Ein Quelltopf mit langer Geschichte
Der Donauursprung in Donaueschingen wurde erstmals 1292 urkundlich erwähnt und gilt seit mindestens dem 15. Jahrhundert als offizieller Beginn der Donau – schon Plinius der Ältere erwähnte ihn, und auf Sebastian Münsters Cosmographia von 1544 taucht die Quelle als präzise verortete Karstquelle auf. Was heute so malerisch aussieht, verdanken wir dem 19. Jahrhundert: 1875 gestaltete der Architekt Adolf Weinbrenner das steinerne Becken, der Bildhauer Franz Xaver Reich ergänzte die feinen Ornamente. Zwanzig Jahre später, 1895/96, schuf Adolf Heer die ikonische Figurengruppe „Mutter Baar weist ihrer Tochter Donau den Weg nach Osten“ – ein Motiv, das bis heute das Bild der Quelle prägt.
Das Wasser, das im Becken aufsteigt, ist versickertes Regenwasser aus Schwarzwald und Baar-Hochfläche. Mit einer Schüttung von 60 bis 120 Litern pro Sekunde tritt es ans Tageslicht und fließt anschließend rund 100 Meter unterirdisch weiter in die Brigach. Zwischen 2013 und 2015 wurde die komplette Anlage umfassend saniert – Becken, Figurengruppe und die angrenzende Stadtkirchenmauer sind seitdem wieder in Bestform.


„Brigach und Breg bringen d’Donau zuweg“
Jedes Schwarzwälder Kind kennt den Merkspruch – und er ist nicht nur Folklore, sondern Geografie. Rund 1,5 Kilometer östlich der Donauquelle treffen sich die beiden Flüsse Brigach und Breg, und ab diesem Zusammenfluss heißt der Fluss offiziell Donau. Hydrologisch betrachtet ist sogar die Breg, die bei Furtwangen im Hochschwarzwald entspringt, die eigentliche Hauptquelle: Sie führt im Mittel 5,95 m³/s, die Brigach nur 3,37 m³/s.
Um den Titel „echte“ Donauquelle wird im Schwarzwald seit Jahrzehnten freundschaftlich gestritten – zwischen Furtwangen (Bregquelle) und Donaueschingen (Donauquelle im Schlosspark). Seit 2022 ist der Streit offiziell befriedet: Beide Städte dürfen sich „Donauquellstadt“ nennen. Wer es genau wissen will, besucht einfach beides – und kann nebenbei sagen, dass er die Donau gleich zweimal an ihrem Ursprung getroffen hat.
Das Fürstenbergische Schloss direkt neben der Donauquelle
Die Donauquelle liegt nicht zufällig im Schlossgarten. Die Fürsten zu Fürstenberg erwarben Donaueschingen bereits 1488 und machten den Ort zu ihrem Residenzstandort – bis heute prägen sie Stadtbild, Schlosspark und nicht zuletzt die bekannte Brauerei. Das heutige Schloss steht genau an der Stelle, an der 1821 der Vorgängerbau bei einem Großbrand zerstört wurde. Von der Quelle sind es nur wenige Schritte bis zum Schloss und weiter entlang der Brigach – ein sehr angenehmer Spazierweg, der zum Zusammenfluss mit der Breg führt. Wer im Advent vorbeikommt, sollte unbedingt einen Abstecher zur Fürstenberg Weihnachtswelt in Donaueschingen einplanen – sie findet direkt nebenan im Schlosspark statt.
Warum sich der Besuch der Donauquelle in Donaueschingen lohnt
Die Donauquelle ist kein Ziel für den großen Ausflug – sie ist ein Moment. Ein paar Minuten am Beckenrand, in Ruhe beobachten, wie die feinen Bläschen aus dem Karstgestein aufsteigen, und sich vor Augen führen: Dieses Wasser fließt in ein paar Wochen an Wien, Budapest und Belgrad vorbei. Genau dieser Minimalismus macht den Ort so besonders.
Mein Tipp: Kombiniere den Besuch mit einem Bummel durch den Schlosspark, einem Blick auf die Stadtkirche St. Johann und einem Spaziergang entlang der Brigach bis zum Zusammenfluss mit der Breg. Wer der alten Tradition folgen möchte, wirft eine Münze ins Becken – sie soll einen Wunsch erfüllen und dafür sorgen, dass man zurückkehrt. Und wer die Region gleich über Nacht erkunden möchte: Nur rund 20 Autominuten südöstlich liegt das Hotel 1280 Krone in Geisingen – ein wunderbarer Ausgangspunkt für die obere Donau. Und wenn du das nächste Mal an der Donau stehst, egal ob in Ulm, Wien oder am Donaudelta, weißt du: Das alles hat einmal in einem kleinen Becken an der Donauquelle in Donaueschingen angefangen.
Mehr Informationen findest du auf der offiziellen Webseite der Stadt:
www.donaueschingen.de/donauquelle
Gut zu wissen
Wo genau liegt die Donauquelle in Donaueschingen?
Im Park des Fürstlich Fürstenbergischen Schlosses in Donaueschingen, direkt zwischen Schloss und Stadtkirche St. Johann. Die Anlage ist öffentlich zugänglich, barrierefrei erreichbar und von der Innenstadt aus in wenigen Gehminuten zu Fuß zu finden.
Ist die Donauquelle wirklich der Ursprung der Donau?
Offiziell ja – die Donauquelle in Donaueschingen ist seit dem 15. Jahrhundert als Donauursprung anerkannt. Hydrologisch gilt allerdings die Breg, die bei Furtwangen entspringt, als wasserreichster Quellfluss. Seit 2022 dürfen beide Städte den Titel „Donauquellstadt“ offiziell führen.
Wer hat die Quelle gestaltet?
Das heutige Quellbecken stammt von Architekt Adolf Weinbrenner (1875), die Ornamente von Bildhauer Franz Xaver Reich. Die zentrale Figurengruppe „Mutter Baar weist ihrer Tochter Donau den Weg nach Osten“ schuf Adolf Heer 1895. Zwischen 2013 und 2015 wurde die Anlage umfassend saniert.
Wie lange ist die Donau von hier bis zur Mündung?
Von der Bregquelle bis zur Mündung ins Schwarze Meer sind es rund 2.857 Kilometer. Damit ist die Donau nach der Wolga der zweitlängste Fluss Europas – und ihr Weg beginnt hier mitten im Schwarzwald.

Moin! ich bin Manuel. Mit Black Forest Patrol – meinem Guide für außergewöhnliche Erlebnisse im Schwarzwald – kombiniere ich meine Leidenschaft für Outdoor, Design & Marketing. Begleite mich auf meiner Reise durch den Schwarzwald. Mehr Infos