NECKARLINE Rottweil – 606 Meter Hängebrücke über das Neckartal beim Eröffnungswochenende 2026
Naturraum: Obere Gäue

Neackarline Rottweil Hängebrücke, © Manuel Molicki

Hängebrücke NECKARLINE Rottweil

Die NECKARLINE in Rottweil ist eine dieser Brücken, die man einmal gesehen haben muss, bevor man sich vorstellen kann, was 606 Meter zwischen zwei Bergrücken eigentlich bedeuten. Ich war am Eröffnungswochenende vom 24. bis 26. April 2026 dabei – und ich gebe zu: Die ersten Schritte über die Brücke sind ein Moment, den man so schnell nicht vergisst. Unter dir 60 Meter Luft, das Neckartal, die Gleise der Gäubahn und der Fluss, davor 606 Meter freie Bahn bis ans andere Ufer. Ein Schritt, ein Schwingen, ein „okay, das ist ernst gemeint“. Genau deshalb ist die Neckarline für mich einer der spektakulärsten neuen Orte im Schwarzwald – und gleichzeitig eines der mutigsten Stadtprojekte, die ich in den letzten Jahren in Baden-Württemberg gesehen habe.

NECKARLINE Rottweil: Süddeutschlands längste Fußgänger-Hängebrücke

Mit ihren 606 Metern Länge ist die Neckarline aktuell die längste Fußgänger-Hängebrücke Süddeutschlands. Sie spannt sich in einer leichten S-Kurve über das Neckartal, überquert dabei den Neckar und die Trasse der Gäubahn und verbindet die historische Altstadt von Rottweil mit dem Berner Feld – jenem Hochplateau, auf dem auch der TK Elevator Testturm steht. Der Höhenunterschied zwischen Brückenmitte und Talgrund liegt bei bis zu 60 Metern. Wer zum ersten Mal in der Mitte steht, merkt sofort: Diese Brücke ist nicht nur lang, sie ist auch lebendig. Sie schwingt, sie federt – aber sie macht das so kontrolliert, dass schnell Vertrauen entsteht.

Technisch hängt das gesamte Bauwerk an vier Tragseilen mit zusammen rund 108 Tonnen Gewicht. Daran sind 172 Brückensegmente à 3,5 Meter aufgereiht – das sind die einzelnen, gitterartigen Trittflächen, durch die du, wenn du nach unten schaust, das Tal sehen kannst. Gebaut wurde rund 14 Monate, die Investitionssumme liegt bei rund 12 Millionen Euro. Realisiert wurde die Brücke vom Investor Günter Eberhardt, der bereits die Wildline in Bad Wildbad und die Blackforestline in Todtnau gebaut hat. Damit ist Rottweil jetzt fest auf der süddeutschen Hängebrücken-Landkarte.

Blick auf die NECKARLINE Hängebrücke in Rottweil mit Neckartal und TK Elevator Testturm

Eröffnungswochenende: Der erste Gang über die Neckarline

Das offizielle Brückenfest zur Eröffnung lief vom 24. bis 26. April 2026, und Rottweil war drei Tage lang im Ausnahmezustand – im besten Sinne. Ich war heute dort, mitten im Eröffnungswochenende, und der Andrang war beachtlich: Familien, Wanderer, Fotografen, Neugierige aus der ganzen Region. Auf der Bockshof-Seite begann der Weg auf die Brücke direkt unter dem ältesten Stadtbild Rottweils; auf der anderen Seite, am Berner Feld, mündet die Neckarline in einen weitläufigen Besucherbereich am Fuß des TK Elevator Testturms.

Was mich am meisten überrascht hat: Die Brücke ist erstaunlich ruhig zu gehen, sobald man die ersten 20 Meter hinter sich hat. Sie schwingt, ja – aber rhythmisch und vorhersehbar. Ich habe mir mehrfach Zeit genommen, in der Mitte stehen zu bleiben, einmal Richtung Altstadt zu schauen, einmal Richtung Testturm – und einmal einfach nach unten. Wer Höhenangst hat, sollte sich seriös fragen, ob das ein Format für ihn ist; wer den Kick mag, bekommt hier eine ziemlich konzentrierte Dosis davon.

Mehr als nur eine Brücke: Was Rottweil mit der Neckarline gewinnt

Die Neckarline ist nicht zufällig entstanden. Schon 2017 stimmten 71,6 Prozent der Rottweiler Bürgerinnen und Bürger im Bürgerentscheid für den Bau – ein deutlich klareres Signal, als man bei solchen Projekten üblicherweise bekommt. Seitdem ist die Brücke das wahrscheinlich sichtbarste Stadtentwicklungsprojekt der ältesten Stadt Baden-Württembergs, und sie wird in kürzester Zeit zu einer der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Rottweil. Erwartet werden rund 120.000 Besucherinnen und Besucher pro Jahr, und das wird man der Stadt anmerken: neue Cafés, neue Wege, neue Gründe, abseits der klassischen Schwarzwald-Routen einen Stopp in Rottweil einzulegen.

Spannend ist auch die Verbindung, die die Brücke schafft: Auf der einen Seite die historische Altstadt mit ihren mittelalterlichen Erkern, Stadttoren und Fasnetstradition – auf der anderen Seite das Berner Feld mit dem TK Elevator Testturm, einem der höchsten Aufzugstesttürme der Welt. Vergangenheit und Zukunft, in 606 Metern verbunden. Genau dieser Kontrast macht den Reiz aus: Du gehst von einer Stadt aus dem 13. Jahrhundert direkt in eine Hightech-Landschaft – und merkst plötzlich, wie viel Vielfalt diese Region eigentlich hat.

Praktische Tipps für deinen Besuch der Neckarline

Mein Tipp: Plane mindestens zwei bis drei Stunden ein. Eine Überquerung dauert je nach Tempo und Andrang 15 bis 25 Minuten – realistisch gehst du aber zweimal, einmal pro Richtung, mit Foto-Stopps. Schuhe mit gutem Halt sind besser als Sandalen, eine Kamera oder ein gut geladenes Smartphone gehören dazu. Wer Höhenangst hat, sollte die Brückenmitte nicht überschätzen: Dort ist das Schwingen am stärksten, der Blick nach unten am intensivsten. Kombiniere den Besuch unbedingt mit einem Bummel durch die historische Altstadt von Rottweil und einem Abstecher zum TK Elevator Testturm – die Aussichtsplattform dort liegt auf 232 Metern und ergänzt die Brückenperspektive perfekt.

Aktuelle Öffnungszeiten, Eintrittspreise und Tickets findest du auf der offiziellen Seite:
neckarline.de

Gut zu wissen

Wie lang und wie hoch ist die Neckarline?

Die Neckarline ist 606 Meter lang und überspannt das Neckartal in bis zu 60 Metern Höhe. Damit ist sie die längste Fußgänger-Hängebrücke Süddeutschlands.

Wann wurde die Neckarline eröffnet?

Die offizielle Eröffnung der Neckarline fand mit einem dreitägigen Brückenfest vom 24. bis 26. April 2026 statt. Seitdem ist die Hängebrücke regulär für Besucherinnen und Besucher zugänglich.

Was kostet der Eintritt zur Neckarline?

Erwachsene zahlen 13,50 €, Kinder zwischen 6 und 14 Jahren 11,00 €. Kinder unter 6 Jahren in der Regel frei. Aktuelle Tarife, Familien- und Gruppentickets findest du im offiziellen Online-Shop.

Was verbindet die Neckarline?

Die Brücke verbindet die historische Altstadt von Rottweil (Bockshof-Seite) mit dem Berner Feld – jenem Hochplateau, auf dem auch der TK Elevator Testturm mit seiner Aussichtsplattform auf 232 Metern steht.

Ist die Neckarline für Menschen mit Höhenangst geeignet?

Ehrlich gesagt: nur bedingt. Die Brücke schwingt rhythmisch, der Blick durch die Gitterelemente in 60 Meter Tiefe ist intensiv, und in der Brückenmitte ist die Bewegung am stärksten. Wer ausgeprägte Höhenangst hat, sollte sich vorab überlegen, ob das das Richtige ist – oder sich von der Aussichtsplattform am Testturm an das Thema Höhe herantasten.

Wie komme ich zur Neckarline und wo kann ich parken?

Mit der Bahn: Rottweil ist über die Gäubahn (IRE/RE Stuttgart–Singen) angebunden, vom Bahnhof sind es rund 15 Gehminuten in die Altstadt zum Eingang Bockshof. Mit dem Auto: Anfahrt über die A81, Abfahrt Rottweil. Großparkplätze gibt es am Berner Feld direkt am Eingang Testturm/Brücke. Aktuelle Hinweise zu Shuttles und Parkleitsystem findest du auf neckarline.de.

Wie lange dauert eine Überquerung der Neckarline?

Je nach Tempo, Fotopausen und Andrang etwa 15 bis 25 Minuten pro Richtung. Wer wirklich in Ruhe schauen und fotografieren will, sollte für Hin- und Rückweg inklusive Aussichtsstopps mindestens eine Stunde einplanen.

Sind Hunde auf der Neckarline erlaubt?

Hunde sind in der Regel an der Leine erlaubt. Da viele Hunde auf die Schwingungen und das Gitter der Trittflächen empfindlich reagieren, lohnt sich vorab ein kurzer Blick auf die aktuellen Besucherregeln auf neckarline.de.

Moin! ich bin Manuel. Mit Black Forest Patrol – meinem Guide für außergewöhnliche Erlebnisse im Schwarzwald – kombiniere ich meine Leidenschaft für Outdoor, Design & Marketing. Begleite mich auf meiner Reise durch den Schwarzwald. Mehr Infos